
Greifswald
Greifswald ist die Kreisstadt des Landkreises Vorpommern-Greifswald im Nordosten von Mecklenburg-Vorpommern. Die Universitäts- und Hansestadt liegt am Fluss Ryck, der in den Greifswalder Bodden mündet, ungefähr auf halber Strecke zwischen den Inseln Rügen und Usedom. Mit 56.154 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) ist sie die viertgrößte Stadt des Landes.
Geprägt wird die Stadt von ihrer 1456 gegründeten Universität. Rund 10.000 Studenten sorgen für eine junge Bevölkerung. Unter den Städten Mecklenburg-Vorpommerns mit mehr als 20.000 Einwohnern hat Greifswald laut Statistischem Amt die jüngste Einwohnerschaft.
In Greifswald sitzt das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik mit dem Fusionsexperiment Wendelstein 7-X.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Bundesland | Mecklenburg-Vorpommern |
| Landkreis | Vorpommern-Greifswald (Kreisstadt) |
| Einwohnerzahl | 56.154 (Stand 31. Dezember 2025) |
| PLZ | 17489, 17491, 17493 |
| KfZ-Kennzeichen | HGW |
| Vorwahl | 03834 |
| Offizielle Website | www.greifswald.de |
| Ausländeranteil | rund 6,6 Prozent (Zensus, Stand Mai 2022) |
| Durchschnittsalter | 43 Jahre (Stand 31. Dezember 2020) |
| Religion | Evangelische Gemeinden der Nordkirche, katholische Propsteigemeinde St. Joseph, mehrere Freikirchen, eine muslimische Gemeinde |
| Partnerstädte | Kotka (Finnland), Osnabrück, Lund (Schweden), Hamar (Norwegen), Goleniów (Polen), Newport News (USA), Stettin (Polen) |
Bilder
Geschichte
Kloster, Stadtrecht und Hanse
Am Anfang stand nicht die Stadt, sondern ein Kloster. Zisterziensermönche haben 1199 das Kloster Eldena gegründet, zu dessen Gut die spätere Siedlung anfangs gehörte. Am 14. Mai 1250 hat Herzog Wartislaw III. der Marktsiedlung das Lübische Stadtrecht verliehen. Greifswald trat der Hanse bei und gehörte dort zum einflussreichen Wendischen Quartier. Der Hafen versandete allerdings schon im 14. und 15. Jahrhundert, wodurch die Stadt gegenüber Stralsund, Wismar und Rostock zurückfiel.
Universitätsgründung 1456
Auf Initiative des Bürgermeisters Heinrich Rubenow hat Herzog Wartislaw IX. im Jahr 1456 die Universität als pommersche Landesuniversität gegründet. Nach Rostock ist sie die zweitälteste Universität im Ostseeraum. Die Gründung prägt die kleine Stadt bis heute.
Schwedenzeit und Preußen
Im Dreißigjährigen Krieg haben Pest und Not die Einwohnerzahl stark dezimiert. 1631 haben schwedische Truppen unter Gustav II. Adolf die Stadt eingenommen. Die anschließende Schwedenzeit dauerte 184 Jahre. Die Schweden haben unter anderem 1747 das bis heute genutzte Universitätshauptgebäude errichten lassen. Am 23. Oktober 1815 ist Greifswald nach dem Wiener Kongress an Preußen übergeben worden. 1863 folgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz, danach entwickelte sich eine bescheidene Industrie.
Nationalsozialismus und kampflose Übergabe
Am 12. Februar 1940 sind die verbliebenen jüdischen Einwohner in den Raum Lublin deportiert worden. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt weitgehend ohne Zerstörungen. Am 30. April 1945 hat Stadtkommandant Rudolf Petershagen Greifswald kampflos der Roten Armee übergeben. Die historische Altstadt blieb dadurch erhalten.
DDR-Zeit und Gegenwart
In der DDR-Zeit ging durch Abriss und unterlassene Instandhaltung etwa die Hälfte der historischen Bausubstanz verloren, vor allem im Norden der Altstadt entstanden Plattenbauten. 1989 erreichte die Einwohnerzahl mit über 68.000 ihren Höchststand. Seit 1990 trägt die Stadt wieder den Zusatz Hansestadt. Seit 1991 wird der historische Stadtkern saniert. Mit der Kreisgebietsreform 2011 hat Greifswald seine Kreisfreiheit verloren und ist Kreisstadt des neuen Landkreises Vorpommern-Greifswald geworden. 2020 überholte die Stadt in puncto Einwohnerzahl erstmals die Nachbarstadt Stralsund.
Was kann man in Greifswald unternehmen?
Über den Marktplatz bummeln: Der Markt mit dem freistehenden gotisch-barocken Rathaus gilt als einer der schönsten Norddeutschlands. Rundherum stehen Bürgerhäuser der Backsteingotik, darunter die Häuser Markt 11 und 13 aus hanseatischer Zeit.
Das Pommersche Landesmuseum besuchen: Das Museum zeigt unter anderem Gemälde des in Greifswald geborenen Romantikers Caspar David Friedrich. Zum 250. Geburtstag des Malers im Jahr 2024 hat man mit einem Erweiterungsbau für eine Galerie der Romantik begonnen.
Auf den Spuren Caspar David Friedrichs wandern: Das Caspar-David-Friedrich-Zentrum steht an der Stelle seines Geburtshauses. Von dort führt ein Bildweg mit 15 Stationen durch die Innenstadt, eine längere Variante von 18 Kilometern reicht bis vor die Stadt.
Den Museumshafen erkunden: Am Ryck liegen rund 40 Traditionsschiffe. Darunter ein ehemaliger Eisbrecher, der heute als Restaurant genutzt wird. Viele Schiffe werden vor Ort restauriert und gepflegt.
Zur Klosterruine Eldena radeln: Die Ruine des 1199 gegründeten Zisterzienserklosters war ein beliebtes Motiv Caspar David Friedrichs. Im gleichen Stadtteil warten das Strandbad an der Dänischen Wiek und das Naturschutzgebiet Eldena mit rund 407 Hektar Wald.
Durch das Fischerdorf Wieck spazieren: Der Stadtteil hat seinen maritimen Charakter bewahrt. Wahrzeichen ist die historische Wiecker Holzklappbrücke über den Ryck.
Im Botanischen Garten entspannen: Der Universitätsgarten ist bereits 1763 gegründet worden und zählt zu den ältesten botanischen Gärten Deutschlands. Zusammen mit dem Arboretum umfasst er rund neun Hektar.
Segeln und Wassersport treiben: Das Revier zwischen Rügen und Usedom macht Greifswald zu einem beliebten Segelstandort mit mehreren Yachthäfen. Auch Rudern, Surfen und Kitesurfen haben hier Tradition. Seit 1921 gibt es das Boddenschwimmen über die Dänische Wiek.
Feste feiern: Im Sommer lockt das Fischerfest Gaffelrigg mit dem Feuerwerk "Ryck in Flammen". Der Nordische Klang ist das größte Festival für nordeuropäische Kultur außerhalb der nordischen Länder. Ebenfalls interessant sind die Greifswalder Bachwoche und der deutsch-polnische polenmARkT.
Warst Du schon mal in Greifswald? Hat es Dir gefallen? Was muss man unbedingt sehen, wenn man dort ist?
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