
Rostock
Rostock ist eine kreisfreie Großstadt in Mecklenburg-Vorpommern und führt seit 2018 den Namenszusatz "Hanse- und Universitätsstadt". Die Stadt liegt im Landesteil Mecklenburg direkt an der Ostsee. Ihr Stadtgebiet erstreckt sich rund 16 Kilometer beiderseits der Warnow bis zur Mündung des Flusses beim Seebad Warnemünde.
Mit rund 205.000 Einwohnern ist Rostock die bevölkerungsreichste Stadt und einzige Großstadt des Bundeslandes. Geprägt wird sie von der 1419 gegründeten Universität und von ihrem Hafen, der zu den wichtigsten deutschen Ostseehäfen zählt. Trotz Stadtbrand und Bombenkrieg hat sich die Innenstadt einen Bestand an Backsteingotik aus der Hansezeit bewahrt.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Bundesland | Mecklenburg-Vorpommern |
| Landkreis | keiner - Rostock ist kreisfrei |
| Einwohnerzahl | 204.929 (Stand 31. Dezember 2025, Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern) |
| Postleitzahlen | 18055 bis 18147 sowie 18181 und 18182 |
| Kfz-Kennzeichen | HRO |
| Vorwahl | 0381 |
| Offizielle Website | www.rostock.de |
| Ausländeranteil | 9,2 Prozent (Stand Ende 2023, Kommunale Statistikstelle) |
| Durchschnittsalter | 45,4 Jahre (Stand Ende 2023) |
| Religion | evangelische und katholische Kirchenmitglieder zusammen: rund 15 Prozent (2022), die Mehrheit gehört keiner der beiden großen Kirchen an. |
| Partnerstädte | Bremen, Stettin, Turku, Dünkirchen, Riga, Antwerpen, Aarhus, Göteborg, Bergen, Rijeka, Warna, Dalian, Raleigh, Guldborgsund |
Bilder
Geschichte
Slawensiedlung und Stadtrecht
Der Name Rostock geht auf das slawische Wort rastokŭ zurück. Es bedeutet etwa "Auseinanderfließen" und bezieht sich auf die Warnow. Um 1200 hat der dänische Chronist Saxo Grammaticus die Zerstörung der slawischen Burg Rozstoc durch König Waldemar I. im Jahr 1161 beschrieben.
Am 24. Juni 1218 hat Heinrich Borwin I. der Siedlung am linken Warnowufer das lübische Stadtrecht verliehen. Dieses Datum gilt als erste urkundliche Erwähnung der Stadt. Zwischen 1262 und 1265 haben sich drei Teilstädte zu einer Stadt vereinigt.
Hansezeit und Universität
Bereits 1259 hat Rostock ein Bündnis mit Lübeck, Wismar, Stralsund und Kiel geschlossen. Seit 1283 war die Stadt Mitglied der Hanse. Der Seehandel hat ihr über Jahrhunderte Wohlstand gebracht. Um 1410 hatte Rostock gut 14.000 Einwohner und war damit eine der größten Städte Norddeutschlands.
1419 ist die Universität Rostock gegründet worden, die älteste Universität Nordeuropas. 1531 hat der Stadtrat auch die Lehren Martin Luthers in allen vier Hauptkirchen für verbindlich erklärt.
Stadtbrand und langer Abstieg
Der Dreißigjährige Krieg hat den Seehandel einbrechen lassen und das Ende der Hanse eingeleitet. 1677 hat ein Stadtbrand rund 700 Häuser vernichtet - ein Drittel aller Gebäude. Die Einwohnerzahl ist von rund 14.000 auf 5.000 zurückgegangen. Rostock blieb allerdings das wirtschaftliche Zentrum Mecklenburgs.
Industrialisierung und Weltkriege
1821 hat in Warnemünde der Badebetrieb begonnen. 1850 ist Rostock an das Eisenbahnnetz angeschlossen worden. Die Neptun-Werft ist 1890 zum ersten industriellen Großbetrieb Mecklenburgs geworden.
Mit den Flugzeugwerken Arado (1921) und Heinkel (1922) wurde die Stadt auch Technologiestandort. 1935 hat Rostock die Marke von 100.000 Einwohnern überschritten und war damit Großstadt.
Am 27. August 1939 ist über Rostock-Marienehe die Heinkel He 178 geflogen, das erste Düsenflugzeug der Welt.
Als Rüstungszentrum war die Stadt ab Juni 1940 Ziel alliierter Luftangriffe. Bei Kriegsende waren fast 25 Prozent der Wohnhäuser völlig zerstört, weitere 60 Prozent beschädigt. Am 1. Mai 1945 ist die Rote Armee nahezu kampflos eingerückt.
DDR-Zeit, Wende und Gegenwart
Von 1952 bis 1990 war Rostock Bezirksstadt. Der 1960 in Betrieb genommene Überseehafen ist zum bedeutendsten Hafen der DDR ausgebaut worden. Neue Großwohnsiedlungen mit Plattenbauten haben das Stadtbild verändert. 1988 lag die Einwohnerzahl bei rund 254.000, dem historischen Höchststand.
Im Herbst 1989 waren die Rostocker Kirchen Anlaufstellen der Opposition. In der Marienkirche hat Pastor Joachim Gauck Mahngottesdienste geleitet. Nach der Wiedervereinigung hat die Stadt rund 50.000 Einwohner verloren.
Die ausländerfeindlichen Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen im August 1992 gelten als die massivsten rassistisch motivierten Übergriffe der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Seit Anfang der 2000er Jahre wächst die Bevölkerung wieder. 2018 hat Rostock sein 800-jähriges Stadtjubiläum gefeiert und führt seither offiziell den Namenszusatz "Hanse- und Universitätsstadt". Seit Februar 2023 ist Eva-Maria Kröger (Die Linke) Oberbürgermeisterin.
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