
Stralsund
Stralsund ist eine Hansestadt am Strelasund im Nordosten von Mecklenburg-Vorpommern. Der schmale Meeresarm trennt hier das Festland von der Insel Rügen. Rund 55.500 Menschen leben in der Stadt (Stand: Ende 2025).
Die Altstadt steht seit 2002 auf der Welterbeliste der UNESCO. (gemeinsam mit der Altstadt von Wismar)
Bekannt ist Stralsund vor allem für seine Backsteingotik, das Ozeaneum und die Lage direkt vor Rügen. Wer auf die Insel will, kommt an der Stadt kaum vorbei.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Bundesland | Mecklenburg-Vorpommern |
| Landkreis | Vorpommern-Rügen (Kreisstadt) |
| Einwohner | rund 55.500 (Stand: Ende 2025, amtlich) |
| Fläche | rund 55 Quadratkilometer |
| Lage | Südufer des Strelasunds, gegenüber der Insel Rügen |
| Stadtrecht | 1234 |
| UNESCO-Welterbe | Altstadt, seit 2002 |
| Kfz-Kennzeichen | HST, VR |
| Website | stralsund.de |
Bilder
Geschichte
Stralow und das Stadtrecht
Vor der Stadtgründung lag am Sund ein slawischer Fährort namens Stralow. Der Name geht auf das Wort für Pfeil zurück.
1234 hat Fürst Wizlaw I. von Rügen der Siedlung das lübische Stadtrecht verliehen. Stralsund zählt damit zu den ältesten Städten Vorpommerns.
Blüte in der Hanse
1293 hat Stralsund mit Lübeck, Rostock und anderen Ostseestädten ein Schutzbündnis geschlossen. Im 14. Jahrhundert gehörte die Stadt dann zu den wichtigsten Mitgliedern der Hanse.
1370 haben die Hansestädte hier den Frieden von Stralsund mit Dänemark geschlossen. Der Vertrag hat der Hanse weitgehende Handelsrechte im Ostseeraum gesichert. Er markiert den Höhepunkt ihrer Macht.
Vom Geld jener Jahre zeugen bis heute die drei großen Backsteinkirchen.
Wallenstein und die Schwedenzeit
Im Dreißigjährigen Krieg hat der kaiserliche Feldherr Wallenstein die Stadt 1628 wochenlang belagert. Stralsund hat sich mit dänischer und schwedischer Hilfe gehalten. Wallenstein ist ohne Erfolg abgezogen.
Die schwedischen Truppen blieben danach in der Stadt. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 ist Stralsund auch förmlich an die schwedische Krone gefallen. (als Teil von Schwedisch-Pommern) Mehr als anderthalb Jahrhunderte blieb die Stadt schwedisch.
In den napoleonischen Kriegen haben 1807 französische Truppen Stralsund besetzt. Zwei Jahre später ist der preußische Major Ferdinand von Schill beim Kampf um die Stadt gefallen.
Von Preußen bis 1945
Der Wiener Kongress hat Stralsund 1815 Preußen zugeschlagen. Die Stadt gehörte fortan zur Provinz Pommern und war lange Garnisons- und Verwaltungsstadt.
1863 hat die Stadt Anschluss ans Eisenbahnnetz bekommen. 1936 folgte der Rügendamm zur Insel Rügen.
Im Zweiten Weltkrieg hat der schwerste Luftangriff am 6. Oktober 1944 Teile der Stadt zerstört. Rund 800 Menschen sind dabei gestorben. Die Altstadt blieb aber in ihrer Struktur erhalten.
Werftstadt in der DDR
Nach dem Krieg lag Stralsund in der sowjetischen Zone und ab 1949 in der DDR. 1948 ist auf sowjetischen Befehl die Volkswerft gegründet worden.
Die Werft hat vor allem Fischereischiffe gebaut und war damit zeitweise Weltmarktführer. Ein Drittel der sowjetischen Fischfangflotte stammte aus Stralsund. Zu besten Zeiten haben dort mehr als 8.000 Menschen gearbeitet.
Die historische Altstadt ist in dieser Zeit zusehends verfallen.
Seit der Wende
Nach 1990 ist die Altstadt Schritt für Schritt saniert worden. 2002 hat die UNESCO die historischen Altstädte von Stralsund und Wismar gemeinsam in die Welterbeliste aufgenommen.
Die Werft dagegen hat mehrere Eigentümerwechsel und Krisen durchlaufen. 2022 hat sie den Schiffbau eingestellt. Auf dem Gelände liegt heute ein maritimer Industrie- und Gewerbepark.
2007 ist die neue Rügenbrücke eröffnet worden. Seit 2011 ist Stralsund zudem Kreisstadt des Landkreises Vorpommern-Rügen.
Sehenswürdigkeiten
Die wichtigsten Ziele liegen in der Altstadt und am Hafen nah beieinander.
- Alter Markt mit dem gotischen Rathaus. Dessen Schaufassade zählt zu den bekanntesten Bauten der Backsteingotik im Ostseeraum. Gleich daneben steht das Wulflamhaus.
- Nikolaikirche direkt hinter dem Rathaus. Sie gilt als älteste der drei großen Pfarrkirchen. Ihr Südturm misst rund 103 Meter.
- Marienkirche am Neuen Markt. Von 1549 bis 1647 war sie mit rund 151 Metern das höchste Bauwerk der Welt, dann hat ein Blitz die gotische Turmspitze zerstört. Heute ist der Turm 104 Meter hoch und oben gibt es eine Aussichtsplattform.
- Deutsches Meeresmuseum im früheren Katharinenkloster mitten in der Altstadt.
- Ozeaneum auf der Hafeninsel. Der Neubau ist 2008 eröffnet worden und gehört zum Deutschen Meeresmuseum. Große Becken zeigen die Unterwasserwelt von Ostsee und Nordsee.
- Gorch Fock I im Hafen. Das Segelschulschiff ist 1933 vom Stapel gelaufen und liegt heute als Museumsschiff am Kai.
- Jakobikirche als dritte der großen Stadtkirchen. Heute finden dort Konzerte und Veranstaltungen statt.
- Hafeninsel mit alten Speichern am Wasser. Zwischen den Lagerhäusern blickt man auf den Sund und die Rügenbrücke.
Verkehrsanbindung
Die wichtigsten Verbindungen im Überblick:
- Fernzüge verbinden Stralsund mit Berlin und Hamburg. Einzelne fahren weiter bis Binz auf Rügen. Von Berlin dauert die Fahrt rund drei Stunden.
- Regionalzüge pendeln im Takt nach Rostock, Greifswald und Sassnitz.
- Autofahrer erreichen die Stadt über die Ostseeautobahn A20. Richtung Rügen führt die B96, nach Rostock führt die B105.
- Die Rügenbrücke führt seit 2007 den Autoverkehr über den Strelasund. Die gesamte Querung ist rund vier Kilometer lang. Daneben steht der ältere Rügendamm, über den auch die Züge zur Insel fahren.
- Fahrgastschiffe fahren vom Stadthafen zur Insel Hiddensee.
- Flugreisende nutzen den Regionalflugplatz Barth oder den Flughafen Rostock-Laage.
Einwohnerzahl
Das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern hat für Stralsund zuletzt 55.481 Einwohner ausgewiesen (Stand: Ende 2025). Das Melderegister der Hansestadt zählt mit 59.210 Menschen deutlich mehr. Der Abstand erklärt sich durch den Zensus 2022, seither setzt die amtliche Statistik niedriger an.
Zur DDR-Zeit war Stralsund deutlich größer. Damals lebten mehr als 70.000 Menschen in der Stadt. Nach der Wende haben vor allem junge Menschen die Stadt verlassen und die Einwohnerzahl ist über Jahre gesunken.
Im Melderegister hält sich die Zahl seit Jahren stabil bei knapp 60.000.
Lage
Stralsund liegt in Vorpommern am Südufer des Strelasunds. Auf der anderen Seite der Meerenge beginnt Rügen.
Die Altstadt liegt auf einer eigenen Insel. Teiche und der Sund umschließen den alten Kern, so ist der mittelalterliche Stadtgrundriss bis heute erhalten geblieben.
Das Stadtgebiet misst rund 55 Quadratkilometer und ist flach. Höchste Erhebung ist der Galgenberg mit gut 33 Metern.
Die Türme der drei Stadtkirchen sind deshalb weithin zu sehen.
Rostock liegt rund 70 Kilometer westlich, Greifswald rund 30 Kilometer südöstlich.
Reisen
Für Altstadt, Museen und Hafen reichen ein bis zwei Tage. Die Wege sind kurz und fast alle Sehenswürdigkeiten liegen im Zentrum.
Die Bahn ist für die Anreise die einfachste Wahl. Vom Bahnhof läuft man gut zehn Minuten bis in die Altstadt.
Wer mit dem Auto kommt, parkt besser am Rand der Altstadt. Die Straßen im Kern sind eng, Stellplätze knapp.
Im Sommer erinnern die Wallensteintage an die abgewehrte Belagerung von 1628.
Nach Rügen geht es über die Brücken, nach Hiddensee mit dem Schiff.
Ruhiger wird die Stadt im Herbst und im Winter. Die großen Museen haben aber auch dann geöffnet.
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