
Warnemünde
Warnemünde ist ein Ortsteil im Norden der Hansestadt Rostock in Mecklenburg-Vorpommern und liegt an der Mündung der Warnow in die Ostsee. Bekannt ist das Seebad für seinen breiten Sandstrand, den Leuchtturm von 1897 und einen der größten Kreuzfahrthäfen Deutschlands.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Status | Ortsteil der Hansestadt Rostock |
| Bundesland | Mecklenburg-Vorpommern |
| Erste urkundliche Erwähnung | 1195 |
| Teil von Rostock seit | 1323 |
| Seebad seit | 1821 |
| Einwohner | 8.280 im Stadtbereich (Stand: 30. Juni 2026) |
| Fläche | rund 6 Quadratkilometer (Ortsteil) |
| Lage | Westufer der Warnowmündung an der Ostsee |
| Wahrzeichen | Leuchtturm von 1898 und Teepott |
| Strand | bis zu 150 Meter breit |
| Bahnanschluss | S-Bahn-Linie S1 nach Rostock |
Bilder
Geschichte
Fischerdorf an der Warnowmündung
Warnemünde ist 1195 erstmals in dänischen Urkunden erwähnt worden. Das Dorf selbst ist um 1200 an der damaligen Mündung der Warnow entstanden.
Am 11. März 1323 hat die Stadt Rostock das Fischerdorf vom mecklenburgischen Fürsten gekauft und sich damit dauerhaft den Zugang zur Ostsee gesichert. Für die Hansestadt war das ein strategisch kluger Schachzug. Für die Bewohner Warnemündes blieb der Alltag erschwerlich. Der Ort war über Jahrhunderte eine Exklave ohne direkte Verbindung zum Stadtgebiet. Warnemünde blieb bis ins 19. Jahrhundert ein armes Dorf, das vom Reichtum Rostocks wenig profitieren konnte.
Die Bebauung bestand lange nur aus zwei Straßenzügen parallel zum Alten Strom, die auf Plattdeutsch Vöörreeg und Achterreeg hießen - heute Am Strom und Alexandrinenstraße. Fischfang und Lotsendienst waren die wichtigsten Erwerbsquellen.
Aufstieg zum Seebad
Um 1821 hat in Warnemünde der Badebetrieb begonnen. Das neue Geschäft ist schnell gewachsen: 1834 gab es bei rund 1.500 Einwohnern bereits 1.000 Badegäste.
Den entscheidenden Schub hat aber die Eisenbahn gebracht. 1886 wurde die Bahnstrecke nach Rostock und Berlin in Betrieb genommen. 1897 hat der Ort seinen charakteristischen Leuchtturm berkommen, der bis heute aktiv ist.
1903 sind gleich mehrere Großprojekte fertig geworden. Der neue Bahnhof und die Eisenbahnfähre nach Gedser haben den Betrieb aufgenommen. Der neu gebaute "Neue Strom" hat die alte Hafeneinfahrt als Schifffahrtsweg abgelöst. Der "Alte Strom" mit seinen Fischerhäusern blieb für kleine Boote erhalten und ist später zur Flaniermeile geworden.
Flugzeugbau am Strom
Nach dem Ersten Weltkrieg ist Warnemünde zu einem Zentrum des deutschen Flugzeugbaus geworden. 1921 sind hier die Arado Flugzeugwerke entstanden, 1922 hat Ernst Heinkel seine Flugzeugwerke gegründet. Aus dem Unternehmen ist mit der Heinkel He 178 das erste Düsenflugzeug der Welt hervorgegangen, der Erstflug hat im August 1939 über dem Rostocker Ortsteil Marienehe stattgefunden.
Mit der Aufrüstung ab 1933 mussten die Betriebe auf Militärproduktion umstellen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Ära des Flugzeugbaus in Warnemünde zunächst vorbei, erst seit den 1990er Jahren haben sich wieder Zulieferer der Luftfahrtindustrie im Ort angesiedelt.
Werft und Seebad zu DDR-Zeiten
Ab 1946 ist auf einem älteren Werftgelände die Warnowwerft aufgebaut worden, ab 1960 war sie der größte Schiffbaubetrieb der DDR.
Auch als Seebad hat Warnemünde in dieser Zeit sein Gesicht verändert. 1968 ist direkt am Leuchtturm der Teepott entstanden, ein Bau mit geschwungenem Betondach nach einem Entwurf des Ingenieurs Ulrich Müther. 1971 hat das Hotel Neptun an der Strandpromenade eröffnet.
Kreuzfahrten und Marinearsenal
Seit 1990 hat sich Warnemünde zu einem der wichtigsten Kreuzfahrthäfen Deutschlands entwickelt. 1990 gab es erst drei Anläufe von Kreuzfahrtschiffen, 2018 waren es bereits über 200. Für die Abfertigung der Passagiere ist 2005 das Warnemünde Cruise Center am Passagierkai eröffnet worden.
Die Werft hat nach der Wende mehrere Eigentümerwechsel und Krisen durchlaufen. Nach der Insolvenz der MV Werften hat der Bund das Gelände übernommen, seit August 2022 gehört es als Marinearsenal Warnowwerft zur Bundeswehr.
Der wichtigste Wirtschaftszweig ist heute allerdings der Tourismus. Mit der Warnemünder Woche und der Hanse Sail ziehen zwei maritime Veranstaltungen jeden Sommer jeweils rund eine Million Besucher an, dazu kommen Tagesgäste der Kreuzfahrtschiffe und Badegäste am bis zu 150 Meter breiten Strand - dem breitesten Sandstrand der deutschen Ostseeküste.
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