
Wismar
Wismar ist eine Hafenstadt an der Ostsee im Nordwesten von Mecklenburg-Vorpommern. Rund 43.100 Menschen leben hier (Stand: Ende 2025). Im Mittelalter war die Stadt ein wichtiges Mitglied der Hanse und danach stand sie 155 Jahre unter schwedischer Herrschaft.
Seit 2002 gehört die Altstadt zum UNESCO-Welterbe, weil ihr mittelalterlicher Grundriss fast unverändert erhalten ist.
Offiziell heißt die Stadt "Hansestadt Wismar".
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Bundesland | Mecklenburg-Vorpommern |
| Landkreis | Nordwestmecklenburg (Wismar ist Kreisstadt) |
| Einwohner | rund 43.100 (Stand: Ende 2025) |
| Fläche | 41,7 Quadratkilometer |
| Höhe | 13 Meter über dem Meeresspiegel |
| Erste Erwähnung | 1229 |
| Stadtrecht | Lübisches Recht (bestätigt 1266) |
| Gewässer | Wismarer Bucht (Ostsee) |
| UNESCO-Welterbe | seit 2002 (zusammen mit Stralsund) |

Bilder
Geschichte
Gründung und Hansezeit
Wismar ist 1229 erstmals urkundlich erwähnt worden. Kurz darauf hat die Stadt das Lübische Stadtrecht bekommen und 1266 ist dieses Recht bestätigt worden.
Seit dem 13. Jahrhundert gehörte Wismar zu den wichtigen Hansestädten im Ostseeraum. Der Seehandel hat die Stadt reich gemacht und dieses Geld steckt bis heute in den drei großen Backsteinkirchen.
Aus dieser Zeit stammt auch das Bürgerhaus “Alter Schwede” am Markt.
Schwedenzeit
Im Dreißigjährigen Krieg haben schwedische Truppen Wismar 1632 eingenommen. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 ist die Stadt samt der Insel Poel und dem Amt Neukloster an die schwedische Krone gefallen.
Ab 1653 saß in Wismar das Obertribunal. Das war das höchste schwedische Gericht südlich der Ostsee.
1803 hat Schweden die Stadt an Mecklenburg verpfändet. Der Vertrag ist im schwedischen Malmö geschlossen worden und erst 1903 hat das Königreich endgültig auf Wismar verzichtet.
An diese Zeit erinnert bis heute das Schwedenfest im August.
Vom Bahnanschluss bis zum Zweiten Weltkrieg
1848 hat die Stadt einen Bahnanschluss in Richtung Schwerin bekommen.
1908 ist eine private Ingenieur-Akademie gegründet worden, aus der die heutige Hochschule Wismar hervorgegangen ist. Sie zählt heute rund 8.000 Studierende. Ein großer Teil der Studierenden lernt im Fernstudium.
Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau hat im Sommer 1921 in Wismar Szenen für den Stummfilm “Nosferatu” gedreht. Im fertigen Film sind der Marktplatz und das Wassertor zu erkennen.
Im Zweiten Weltkrieg haben Luftangriffe Wismar schwer getroffen und zwei der drei großen Kirchen sind zerstört oder stark beschädigt worden.
DDR-Zeit
Wismar war nach Rostock der zweitwichtigste Seehafen der DDR. Vor allem Massengüter wurden dort umgeschlagen.
Nach dem Krieg ist in Wismar eine große Werft entstanden, die jahrzehntelang ein wichtiger Arbeitgeber blieb.
Die Marienkirche war nach dem Krieg nur noch eine Ruine. 1960 ist das Kirchenschiff gesprengt worden und seitdem steht nur noch der Turm.
Seit der Wende
Nach der Wiedervereinigung hat die Stadt große Teile der Altstadt saniert. Die UNESCO hat die Altstädte von Wismar und Stralsund 2002 gemeinsam zum Welterbe erklärt.
Der Wiederaufbau der kriegszerstörten Georgenkirche war 2010 weitgehend abgeschlossen.
2011 hat Wismar seine Kreisfreiheit verloren. Seitdem ist die Stadt Kreisstadt des Landkreises Nordwestmecklenburg.
Anfang 2022 sind die MV Werften in die Insolvenz gegangen. Übernommen hat den Standort danach thyssenkrupp Marine Systems. Künftig sollen in Wismar U-Boote entstehen. Bis 2029 sind dafür rund 1.500 Arbeitsplätze geplant.
Sehenswürdigkeiten
Die wichtigsten Bauten stehen fast alle in der Altstadt oder am Alten Hafen.
- Der Marktplatz misst 100 mal 100 Meter. In seiner Mitte steht die Wasserkunst von 1602. Das Brunnenhaus hat die Stadt bis 1897 mit Trinkwasser versorgt.
- Der “Alte Schwede” am Markt stammt von etwa 1380 und gilt als ältestes Bürgerhaus der Stadt. 1878 ist dort zum ersten Mal eine Gaststätte eröffnet worden.
- Von 1381 bis 1487, also über hundert Jahre, haben die Wismarer an der Nikolaikirche gebaut. Ihr Mittelschiff ist 37 Meter hoch und nur drei Kirchenschiffe in Deutschland sind höher.
- Von der Marienkirche steht nur noch der 80 Meter hohe Turm.
- Die Georgenkirche war nach dem Krieg jahrzehntelang eine Ruine und ist erst nach der Wende wieder aufgebaut worden. Heute wird sie auch für Veranstaltungen genutzt.
- Der Fürstenhof aus dem 16. Jahrhundert war eine Stadtresidenz der mecklenburgischen Herzöge. Heute urteilt dort das Amtsgericht.
- Am Alten Hafen steht das Wassertor von 1450. Es ist das letzte der einst fünf Stadttore.
- Das Baumhaus am Hafen stammt aus dem 18. Jahrhundert. Davor stehen Kopien der zwei Schwedenköpfe, deren barocke Originale einst die Hafeneinfahrt markiert haben.
- Die Grube verbindet den Mühlenteich mit der Ostsee. Der künstlich angelegte Wasserlauf stammt aus dem 13. Jahrhundert und zählt zu den ältesten seiner Art in Deutschland.
- Das Schabbellhaus von 1571 beherbergt das stadtgeschichtliche Museum. Bauen lassen hat es der Brauer und Kaufmann Heinrich Schabbell.
Verkehrsanbindung
- Die Autobahn 20 führt südlich an der Stadt vorbei und verbindet Wismar mit Lübeck und Rostock.
- Am Autobahnkreuz Wismar beginnt zudem die Autobahn 14 in Richtung Schwerin.
- Durch das Stadtgebiet läuft die Bundesstraße 105. Nach Schwerin führt die Bundesstraße 106.
- Der Regionalexpress RE 8 der Ostdeutschen Eisenbahn fährt über Schwerin und Berlin bis nach Elsterwerda. Zwischen Wismar und Ludwigslust gilt ein Stundentakt.
- Die Regionalbahn RB 11 fährt stündlich über Bad Doberan nach Rostock und endet in Tessin.
- Der Seehafen schlägt vor allem Massengüter und Holz um. Rund um den Hafen ist eines der größten Holz-Cluster Europas entstanden.
- Der nächste große Flughafen ist Hamburg. Mit dem Auto sind das rund 120 Kilometer.
Einwohnerzahl
Wismar hat rund 43.100 Einwohner (Stand: Ende 2025).
Zur Wende lebten mehr als 55.000 Menschen in der Stadt. Danach sind viele Menschen weggezogen und beim Zensus 2011 waren es nur noch rund 42.500.
Seitdem hat sich die Zahl wieder leicht erholt.

Lage
Wismar liegt an der Wismarer Bucht im Nordwesten von Mecklenburg-Vorpommern. Die Bucht gehört zur Ostsee. Vorgelagert ist die Insel Poel, die das Wasser vor der Stadt zum Teil abschirmt.
Schwerin liegt rund 30 Kilometer südlich. Nach Lübeck und nach Rostock sind es jeweils rund 60 Kilometer.
Das Umland ist flach und ländlich geprägt.
Reisen
Autofahrer erreichen Wismar über die Autobahnen 20 und 14. Die Bahn bringt Reisende ohne Umstieg aus Berlin und Schwerin in die Stadt und aus Rostock fährt stündlich ein Zug.
Vom Bahnhof aus läuft man in ein paar Minuten in die Altstadt.
Jedes Jahr im August feiert Wismar das "Schwedenfest". Dann laufen Umzüge durch die Altstadt.
Für Ausflüge eignen sich die Insel Poel und das Ostseebad Boltenhagen. Die Insel liegt direkt vor der Stadt. Das Seebad findet sich ein Stück weiter westlich an der Küste.
In der Altstadt erinnern Tafeln an die Drehorte des Films “Nosferatu”.















