
Braunschweig
Braunschweig ist eine kreisfreie Großstadt in Niedersachsen und liegt im Südosten des Bundeslandes an der Oker.
Mit mehr als 250.000 Einwohnern ist sie nach Hannover die zweitgrößte Stadt des Landes.
Ihren Beinamen "Löwenstadt" verdankt sie Heinrich dem Löwen. Der Welfenherzog hat Braunschweig im 12. Jahrhundert zu seiner Residenz gemacht und um 1166 den bronzenen Löwen auf dem Burgplatz aufstellen lassen.
Der Zweite Weltkrieg hat das Stadtbild stark verändert. Trotzdem finden Besucher heute wieder eine Mischung aus mittelalterlichen Vierteln, rekonstruierter Schlossfassade und viel Grün am Fluss.
Braunschweig hat eine lange Wissenschaftstradition: Die Technische Universität geht auf das 1745 gegründete Collegium Carolinum zurück und gilt als älteste Technische Universität Deutschlands.
Inhaltsverzeichnis
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Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Bundesland | Niedersachsen |
| Landkreis | keiner (kreisfreie Stadt) |
| Einwohnerzahl | 254.469 (Melderegister, Stand 31. Dezember 2025) |
| Postleitzahlen | 38100 bis 38126 |
| Kfz-Kennzeichen | BS |
| Vorwahl | 0531 |
| Offizielle Website | www.braunschweig.de |
| Ausländeranteil | 14,7 Prozent (Stand 31. Dezember 2025) |
| Bevölkerung mit Migrationshintergrund | 32,4 Prozent (Stand 31. Dezember 2025) |
| Durchschnittsalter | 43,45 Jahre (Stand 31. Dezember 2024) |
| Religion | 31,7 Prozent evangelisch, 12,0 Prozent römisch-katholisch, 56,3 Prozent andere oder keine (Zensus 2022) |
| Partnerstädte | Bandung (Indonesien, seit 1960), Nîmes (Frankreich, 1962), Bath (Großbritannien, 1971), Sousse (Tunesien, 1980), Kiryat Tivon (Israel, 1986), Magdeburg (1987), Zhuhai (China, 2011), Nelson Mandela Bay (Südafrika, 2024) |
Dazu pflegt Braunschweig Städtefreundschaften mit Omaha in den USA und mit Kasan in Russland, wobei die Verbindung nach Kasan derzeit ruht. Seit 2022 besteht außerdem eine Solidaritätspartnerschaft mit Bila Zerkwa in der Ukraine.


Bilder
Geschichte
Erste Erwähnung und Heinrich der Löwe
Der Name der Stadt ist 1031 zum ersten Mal urkundlich aufgetaucht. Die Weiheurkunde der Magnikirche nennt den Ort "Brunesguik".
Im 12. Jahrhundert hat der Welfenherzog Heinrich der Löwe Braunschweig zu seiner Residenz gemacht. Er hat die Burg Dankwarderode zur Pfalz ausgebaut und um 1166 den bronzenen Löwen als Zeichen seiner Macht aufstellen lassen. Ab 1173 ist zudem der Dom errichtet worden. Bei Heinrichs Tod im Jahr 1195 war der Bau weitgehend fertig.
Hansestadt und das Ende der Stadtfreiheit
Ab Mitte des 13. Jahrhunderts gehörte Braunschweig der Hanse an. 1432 hat die Stadt faktisch ihre Unabhängigkeit erlangt, nachdem die Landesherren ihre Residenz ins nahe Wolfenbüttel verlegt hatten.
Diese Freiheit hielt aber nicht ewig. Im Juni 1671 hat Herzog Rudolf August die Stadt mit Hilfe seiner Vettern nach kurzer Belagerung eingenommen und unterworfen. 1753 und 1754 ist der Hof von Wolfenbüttel nach Braunschweig zurückgekehrt. Die Stadt war damit wieder Residenz der Welfen.
Aufklärung, Revolution und Freistaat
1745 hat Herzog Karl I. das Collegium Carolinum gegründet, den Vorläufer der heutigen Technischen Universität. 1830 haben aufgebrachte Bürger das Schloss aus Unzufriedenheit mit Herzog Karl II. in Brand gesteckt.
Mit der Industrialisierung ist die Einwohnerzahl schnell gestiegen. 1890 hat sie die Marke von 100.000 überschritten und Braunschweig galt fortan als Großstadt.
Am 8. November 1918 hat der letzte Herzog Ernst August abgedankt. An die Stelle des Herzogtums ist der Freistaat Braunschweig getreten.
Zerstörung, Niedersachsen und das neue Schloss
Am 15. Oktober 1944 hat ein Luftangriff der Royal Air Force einen Feuersturm ausgelöst. Zweieinhalb Tage lang hat die Stadt gebrannt. Mehr als 90 Prozent der mittelalterlich geprägten Innenstadt sind dabei zerstört worden.
Am 1. November 1946 ist das Land Braunschweig im neu gegründeten Niedersachsen aufgegangen. Durch die Gebietsreform von 1974 ist die Einwohnerzahl auf den bisherigen Höchststand von 271.213 gestiegen.
Ein spätes Kapitel des Wiederaufbaus war das Residenzschloss. Der Bau war im Krieg schwer beschädigt und ist 1960 vollständig abgetragen worden. Zwischen 2005 und 2007 ist die Fassade mit mehr als 600 Originalteilen rekonstruiert worden. Seit Oktober 2008 krönt auch wieder eine Quadriga das Gebäude.
Was kann man in Braunschweig unternehmen?
Über den Burgplatz gehen
Der Burgplatz gilt als Herz der Stadt. Hier stehen der Dom St. Blasii und die Burg Dankwarderode. Auf dem Platz erhebt sich außerdem der Braunschweiger Löwe. Der Dom ist zugleich die Grablege Heinrichs des Löwen und lässt sich ohne Eintritt besichtigen.
Durch das Magniviertel bummeln
Das Magniviertel zählt zu den ältesten erhaltenen Vierteln der Stadt. Rund um die Magnikirche reihen sich Fachwerkhäuser mit kleinen Geschäften und Cafés. Am Ackerhof 2 steht das älteste datierbare Fachwerkhaus Braunschweigs aus dem Jahr 1432. Am Rand des Viertels fällt das Happy Rizzi House auf, ein Bürokomplex mit bunter Pop-Art-Fassade nach Entwürfen des New Yorker Künstlers James Rizzi aus dem Jahr 2001.
Schlossplatz und Schlossmuseum besuchen
Die rekonstruierte Schlossfassade prägt seit 2007 wieder die Innenstadt. Dahinter liegen die Stadtbibliothek und das Stadtarchiv, angeschlossen ist das Einkaufszentrum Schloss-Arkaden. Im Nordflügel zeigt das Schlossmuseum auf rund 600 Quadratmetern Möbel und Gemälde aus dem 19. Jahrhundert, darunter den rekonstruierten Thronsaal. Auf dem Dach thront die Quadriga mit der Stadtgöttin Brunonia, laut Stadt die größte Europas mit einer Wagenlenkerin.
Mit Boot oder Floß auf die Oker
Die Oker umfließt die Innenstadt und lädt zu Touren auf dem Wasser ein. Boote gibt es zum Beispiel am Bootsverleih am Kennedyplatz, auch geführte Floßfahrten werden angeboten. Alle vier Jahre findet zudem der Lichtparcours statt, bei dem Kunstwerke entlang des Flusses leuchten.
Natur und Kloster in Riddagshausen
Im Osten der Stadt liegt Riddagshausen mit seiner früheren Zisterzienserabtei. Die Klosterkirche, deren Bau 1216 begonnen hat, gilt als eines der ältesten gotischen Bauwerke Deutschlands. Direkt daneben erstreckt sich ein Naturschutzgebiet von 526 Hektar mit Teichen, die die Mönche im 12. und 13. Jahrhundert für die Fischzucht angelegt haben. Mit etwas Glück lassen sich dort Eisvögel oder Weißstörche beobachten.
Museen entdecken
Das Herzog Anton Ulrich-Museum geht auf den gleichnamigen Herzog zurück und zeigt eine umfangreiche Kunstsammlung.
Das Braunschweigische Landesmuseum zählt zu den wichtigsten kulturhistorischen Museen Niedersachsens. Weil das Haupthaus am Burgplatz derzeit saniert wird, laufen Ausstellungen im Vieweghaus nebenan. Familien steuern eher das Naturhistorische Museum mit seinen Dinosauriern und Fossilien an.
Im Grünen unterwegs
Südlich der Innenstadt liegt der Bürgerpark. Sehenswert ist auch Schloss Richmond mit seiner Parkanlage, die laut Stadt zu den ältesten Landschaftsgärten Kontinentaleuropas zählt. Das spätbarocke Schloss ist 1768 bis 1769 für die englische Prinzessin Augusta und Herzog Carl Wilhelm Ferdinand erbaut worden.
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