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Home»Europa»Deutschland»Thüringen»Jena

Jena - Steckbrief, Bilder und Geschichte

Sebastian Fiebiger Sebastian Fiebiger
Blick von einem bewaldeten Hang über Jena, in der Bildmitte das runde Hochhaus JenTower.
Abendlicher Blick vom Landgrafen über Jena mit dem JenTower (Foto: DZiegler / Shutterstock)

Jena

Jena ist eine kreisfreie Stadt im Freistaat Thüringen und liegt im Saaletal im Osten des Bundeslandes, eingerahmt von bewaldeten Muschelkalkhängen. Mit rund 109.000 Einwohnern ist sie nach Erfurt die zweitgrößte Stadt Thüringens. Geprägt haben sie vor allem zwei Kräfte, nämlich die 1558 gegründete Universität und die optische Industrie rund um den Namen Carl Zeiss.

Nach der Wiedervereinigung hat sich Jena vom Industriestandort zum Bildungs- und Wissenschaftszentrum gewandelt. Heute treffen hier Hochtechnologie-Unternehmen wie Zeiss und Jenoptik auf mehr als 16.000 Studierende der Friedrich-Schiller-Universität. Ganz verschwunden ist die Industrie dabei aber nie.

Inhaltsverzeichnis

  • Steckbrief
  • Bilder
  • Geschichte
  • Was kann man in Jena unternehmen?

Steckbrief

Merkmal Angabe
Bundesland Thüringen
Landkreis keiner, Jena ist kreisfreie Stadt
Einwohnerzahl 109.353 (Thüringer Landesamt für Statistik, Stand 31. Dezember 2025)
Postleitzahlen 07743 bis 07751
Kfz-Kennzeichen J
Vorwahl 03641
Offizielle Website www.jena.de
Ausländeranteil rund 13 Prozent (Melderegister, Stand Ende 2025)
Durchschnittsalter 43,7 Jahre (Stand Ende 2024)
Religion 11,3 Prozent evangelisch, 4,4 Prozent katholisch, 84,2 Prozent konfessionslos, andere oder ohne Angabe (Stand Ende 2024)
Partnerstädte Lugoj (Rumänien), Erlangen (Deutschland), San Marcos (Nicaragua), Aubervilliers (Frankreich), Beit Jala (Palästinensische Gebiete), Berkeley (USA)

Bilder

Historisches Backsteingebäude an einer Straßenkreuzung in Jena (Foto: Andreas Zerndl / Shutterstock)
Blick aus einem Hochhaus über die Innenstadt von Jena und das Saaletal (Foto: Shamsiya Saydalieva / Shutterstock)
Busbahnhof in Jena, dahinter der JenTower (Foto: Shamsiya Saydalieva / Shutterstock)
Radfahrerin auf der Camsdorfer Brücke in Jena (Foto: ArTono / Shutterstock)
Der Fuchsturm auf dem Hausberg über Jena mit dem benachbarten Gasthaus (Foto: Pele61 / Shutterstock)
Der Fuchsturm auf dem Hausberg bei Jena im Herbst (Foto: Pele61 / Shutterstock)
Historisches Gebäude mit Turm am Hang über Jena (Foto: Andreas Zerndl / Shutterstock)
Senkrechte Luftaufnahme der Innenstadt von Jena (Foto: Muhammad Abbady / Shutterstock)
Platz in der Innenstadt von Jena mit gründerzeitlichem Eckhaus (Foto: Andreas Zerndl / Shutterstock)
Bunte Bürgerhäuser und Brunnen am historischen Marktplatz in Jena (Foto: Hajar_Jabr / Shutterstock)
Der Marktplatz in Jena mit dem Hanfried-Denkmal, dahinter der Turm der Stadtkirche St. Michael (Foto: ArTono / Shutterstock)
Abendlicher Blick vom Landgrafen über Jena mit dem JenTower (Foto: DZiegler / Shutterstock)
Abendsonne über den Wiesen des Paradiesparks in Jena (Foto: Andre Helbig / Shutterstock)
Wehr in der Saale bei Jena, dahinter die Skyline mit dem JenTower (Foto: Animaflora PicsStock / Shutterstock)
Blick über das Werksgelände von Schott in Jena (Foto: Andreas Zerndl / Shutterstock)
Der Turm der Stadtkirche St. Michael über der Innenstadt von Jena (Foto: Andreas Zerndl / Shutterstock)
Straßenbahn an der Haltestelle Felsenkeller in Jena (Foto: Hajar_Jabr / Shutterstock)
Historischer Wehrturm in Jena, dahinter der JenTower (Foto: Pele61 / Shutterstock)
Verschneiter Wald über Jena mit Blick auf die Stadt (Foto: Wirestock Creators / Shutterstock)
Blick über ein Wohngebiet mit Plattenbauten am Rand von Jena (Foto: Andre Tschernawzew / Shutterstock)
Das Zeiss-Planetarium in Jena (Foto: Shamsiya Saydalieva / Shutterstock)

Geschichte

Von "Jani" zur Stadt

Urkundlich erwähnt worden ist Jena zum ersten Mal zwischen 830 und 850. Der Ort taucht damals als "Jani" im Zehntverzeichnis des Klosters Hersfeld auf. Zur Stadt ausgebaut haben ihn die Herren von Lobdeburg, als offizielles Jahr der Stadtrechte gilt 1236. Für 1275 ist bereits ein Stadtrat bezeugt. 1332 haben die Wettiner der Stadt das Gothaische Stadtrecht erteilt.

Universitätsgründung 1558

Nach der Niederlage im Schmalkaldischen Krieg hatte Johann Friedrich I. von Sachsen die Universität Wittenberg verloren. Als Ersatz hat er 1548 im leerstehenden Dominikanerkloster eine Hohe Schule gegründet. Mit kaiserlichem Privileg ist daraus die Universität hervorgegangen, feierlich eröffnet am 2. Februar 1558. Sie trägt heute den Namen Friedrich Schillers und ist die größte Universität Thüringens.

Klassiker, Philosophen und Napoleon

Um 1800 war Jena eines der geistigen Zentren Europas. Friedrich Schiller hat 1789 eine Professur in der Stadt angetreten. Johann Wolfgang von Goethe hat eng mit der Universität zusammengearbeitet, und auch die Philosophen Johann Gottlieb Fichte und Georg Wilhelm Friedrich Hegel haben hier gelehrt. Die Stadt galt fortan als Zentrum von Weimarer Klassik, Frühromantik und Deutschem Idealismus.

Doch die Blüte war nicht von Dauer. Am 14. Oktober 1806 haben Napoleons Truppen der preußisch-sächsischen Armee in der Schlacht bei Jena und Auerstedt eine schwere Niederlage zugefügt. Sie gilt als Wendepunkt der preußischen Geschichte und hat weitreichende Reformen angestoßen.

Zeiss, Abbe, Schott: Aufstieg zur Industriestadt

Am 17. November 1846 hat der Mechaniker Carl Zeiss in Jena eine Werkstatt für feinmechanische und optische Geräte eröffnet. Gemeinsam mit dem Physiker Ernst Abbe hat er die Mikroskop-Fertigung auf wissenschaftliche Grundlagen gestellt. Später ist der Glaschemiker Otto Schott hinzugekommen. Nach dem Tod von Carl Zeiss im Jahr 1888 hat Abbe das Unternehmen in eine Stiftung überführt. Mit dem Bau der Saalbahn ab 1874 hat sich Jena endgültig zur Industriestadt entwickelt.

Planetarium, DDR-Zeit und Wende

1926 ist das Zeiss-Planetarium eröffnet worden. 1945 haben Bombenangriffe die Stadt schwer beschädigt. In der DDR war das Kombinat Carl Zeiss mit rund 60.000 Mitarbeitern das größte Kombinat des Landes. 1975 hat die Einwohnerzahl erstmals die Marke von 100.000 überschritten. Damit ist Jena zur Großstadt geworden.

Nach der Wiedervereinigung 1990 hat sich die Stadt vom Industrie- zum Wissenschaftsstandort gewandelt. Zahlreiche Forschungsinstitute und Unternehmen wie Jenoptik, Schott und Zeiss prägen seither die lokale Wirtschaft.

Was kann man in Jena unternehmen?

Auf den JenTower steigen

Der zylinderförmige Turm ist das moderne Wahrzeichen der Stadt - im Volksmund heißt er "Keksrolle". Seine Aussichtsplattform liegt auf 128 Metern Höhe und bietet einen Rundblick über die Stadt und das Saaletal. Im Gebäude gibt es auch ein Restaurant und ein Hotel.

Sterne gucken im Zeiss-Planetarium

Das 1926 eröffnete Haus ist das dienstälteste Planetarium der Welt und steht unter Denkmalschutz. Zum 100. Geburtstag im Jahr 2026 ist es umfassend modernisiert und wiedereröffnet worden. Gezeigt werden Astronomie-Programme, Kinderformate und Musikshows unter der Kuppel.

Durch den Botanischen Garten spazieren

Der Botanische Garten der Universität ist 1586 gegründet worden und gilt als zweitältester botanischer Garten Deutschlands. Rund 12.000 Pflanzenarten wachsen hier, verteilt auf Freiland und Gewächshäuser. Goethe war einst Schirmherr der Anlage.

Wandern auf der SaaleHorizontale

Die SaaleHorizontale ist ein 91 Kilometer langes Wanderwegenetz über die Muschelkalkhänge rund um die Stadt. Immer wieder öffnen sich Ausblicke auf das Saaletal. Wer es kürzer mag, steigt auf den Jenzig, den Hausberg Jenas, zu dem auch der Saurierpfad "Trixi Trias" hinaufführt.

Schiller und den Romantikern nachspüren

In Schillers Gartenhaus hat der Dichter von 1797 bis 1799 gelebt und dort unter anderem am "Lied von der Glocke" gearbeitet. Heute ist es ein kleines Museum. Das Romantikerhaus im ehemaligen Wohnhaus Fichtes widmet sich mit einer Ausstellung der Jenaer Frühromantik um 1800.

Sommerabende bei der Kulturarena verbringen

Seit 1992 verwandelt das Festival den Theatervorplatz jeden Sommer über mehrere Wochen in eine Open-Air-Bühne. Auf dem Programm stehen Konzerte, Theater und Kino. Pro Saison kommen über 70.000 Besucher. 2026 läuft die Kulturarena vom 8. Juli bis zum 23. August.

Altstadt erkunden

Die Stadtkirche St. Michael am Markt beherbergt die Grabplatte Martin Luthers und gehört zu den ältesten Bauwerken der Stadt. Auf dem Marktplatz steht das Hanfried-Denkmal für den Universitätsgründer Johann Friedrich I. Wer danach einkehren will, findet in der Wagnergasse Cafés, Bars und Kneipen - besonders abends ist hier viel los.


Warst Du schon mal in Jena? Hat es Dir gefallen? Was muss man unbedingt sehen, wenn man dort ist?

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Sebastian Fiebiger

Sebastian ist Dipl. Wirtschaftsinformatiker und arbeitet seit 1998 für verschiedene Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in Projekten zur Krebsforschung, ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin. Seit 2004 leitet er die Redaktion. - Profil

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