
Jena
Jena ist eine kreisfreie Stadt im Freistaat Thüringen und liegt im Saaletal im Osten des Bundeslandes, eingerahmt von bewaldeten Muschelkalkhängen. Mit rund 109.000 Einwohnern ist sie nach Erfurt die zweitgrößte Stadt Thüringens. Geprägt haben sie vor allem zwei Kräfte, nämlich die 1558 gegründete Universität und die optische Industrie rund um den Namen Carl Zeiss.
Nach der Wiedervereinigung hat sich Jena vom Industriestandort zum Bildungs- und Wissenschaftszentrum gewandelt. Heute treffen hier Hochtechnologie-Unternehmen wie Zeiss und Jenoptik auf mehr als 16.000 Studierende der Friedrich-Schiller-Universität. Ganz verschwunden ist die Industrie dabei aber nie.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Bundesland | Thüringen |
| Landkreis | keiner, Jena ist kreisfreie Stadt |
| Einwohnerzahl | 109.353 (Thüringer Landesamt für Statistik, Stand 31. Dezember 2025) |
| Postleitzahlen | 07743 bis 07751 |
| Kfz-Kennzeichen | J |
| Vorwahl | 03641 |
| Offizielle Website | www.jena.de |
| Ausländeranteil | rund 13 Prozent (Melderegister, Stand Ende 2025) |
| Durchschnittsalter | 43,7 Jahre (Stand Ende 2024) |
| Religion | 11,3 Prozent evangelisch, 4,4 Prozent katholisch, 84,2 Prozent konfessionslos, andere oder ohne Angabe (Stand Ende 2024) |
| Partnerstädte | Lugoj (Rumänien), Erlangen (Deutschland), San Marcos (Nicaragua), Aubervilliers (Frankreich), Beit Jala (Palästinensische Gebiete), Berkeley (USA) |
Bilder
Geschichte
Von "Jani" zur Stadt
Urkundlich erwähnt worden ist Jena zum ersten Mal zwischen 830 und 850. Der Ort taucht damals als "Jani" im Zehntverzeichnis des Klosters Hersfeld auf. Zur Stadt ausgebaut haben ihn die Herren von Lobdeburg, als offizielles Jahr der Stadtrechte gilt 1236. Für 1275 ist bereits ein Stadtrat bezeugt. 1332 haben die Wettiner der Stadt das Gothaische Stadtrecht erteilt.
Universitätsgründung 1558
Nach der Niederlage im Schmalkaldischen Krieg hatte Johann Friedrich I. von Sachsen die Universität Wittenberg verloren. Als Ersatz hat er 1548 im leerstehenden Dominikanerkloster eine Hohe Schule gegründet. Mit kaiserlichem Privileg ist daraus die Universität hervorgegangen, feierlich eröffnet am 2. Februar 1558. Sie trägt heute den Namen Friedrich Schillers und ist die größte Universität Thüringens.
Klassiker, Philosophen und Napoleon
Um 1800 war Jena eines der geistigen Zentren Europas. Friedrich Schiller hat 1789 eine Professur in der Stadt angetreten. Johann Wolfgang von Goethe hat eng mit der Universität zusammengearbeitet, und auch die Philosophen Johann Gottlieb Fichte und Georg Wilhelm Friedrich Hegel haben hier gelehrt. Die Stadt galt fortan als Zentrum von Weimarer Klassik, Frühromantik und Deutschem Idealismus.
Doch die Blüte war nicht von Dauer. Am 14. Oktober 1806 haben Napoleons Truppen der preußisch-sächsischen Armee in der Schlacht bei Jena und Auerstedt eine schwere Niederlage zugefügt. Sie gilt als Wendepunkt der preußischen Geschichte und hat weitreichende Reformen angestoßen.
Zeiss, Abbe, Schott: Aufstieg zur Industriestadt
Am 17. November 1846 hat der Mechaniker Carl Zeiss in Jena eine Werkstatt für feinmechanische und optische Geräte eröffnet. Gemeinsam mit dem Physiker Ernst Abbe hat er die Mikroskop-Fertigung auf wissenschaftliche Grundlagen gestellt. Später ist der Glaschemiker Otto Schott hinzugekommen. Nach dem Tod von Carl Zeiss im Jahr 1888 hat Abbe das Unternehmen in eine Stiftung überführt. Mit dem Bau der Saalbahn ab 1874 hat sich Jena endgültig zur Industriestadt entwickelt.
Planetarium, DDR-Zeit und Wende
1926 ist das Zeiss-Planetarium eröffnet worden. 1945 haben Bombenangriffe die Stadt schwer beschädigt. In der DDR war das Kombinat Carl Zeiss mit rund 60.000 Mitarbeitern das größte Kombinat des Landes. 1975 hat die Einwohnerzahl erstmals die Marke von 100.000 überschritten. Damit ist Jena zur Großstadt geworden.
Nach der Wiedervereinigung 1990 hat sich die Stadt vom Industrie- zum Wissenschaftsstandort gewandelt. Zahlreiche Forschungsinstitute und Unternehmen wie Jenoptik, Schott und Zeiss prägen seither die lokale Wirtschaft.
Was kann man in Jena unternehmen?
Auf den JenTower steigen
Der zylinderförmige Turm ist das moderne Wahrzeichen der Stadt - im Volksmund heißt er "Keksrolle". Seine Aussichtsplattform liegt auf 128 Metern Höhe und bietet einen Rundblick über die Stadt und das Saaletal. Im Gebäude gibt es auch ein Restaurant und ein Hotel.
Sterne gucken im Zeiss-Planetarium
Das 1926 eröffnete Haus ist das dienstälteste Planetarium der Welt und steht unter Denkmalschutz. Zum 100. Geburtstag im Jahr 2026 ist es umfassend modernisiert und wiedereröffnet worden. Gezeigt werden Astronomie-Programme, Kinderformate und Musikshows unter der Kuppel.
Durch den Botanischen Garten spazieren
Der Botanische Garten der Universität ist 1586 gegründet worden und gilt als zweitältester botanischer Garten Deutschlands. Rund 12.000 Pflanzenarten wachsen hier, verteilt auf Freiland und Gewächshäuser. Goethe war einst Schirmherr der Anlage.
Wandern auf der SaaleHorizontale
Die SaaleHorizontale ist ein 91 Kilometer langes Wanderwegenetz über die Muschelkalkhänge rund um die Stadt. Immer wieder öffnen sich Ausblicke auf das Saaletal. Wer es kürzer mag, steigt auf den Jenzig, den Hausberg Jenas, zu dem auch der Saurierpfad "Trixi Trias" hinaufführt.
Schiller und den Romantikern nachspüren
In Schillers Gartenhaus hat der Dichter von 1797 bis 1799 gelebt und dort unter anderem am "Lied von der Glocke" gearbeitet. Heute ist es ein kleines Museum. Das Romantikerhaus im ehemaligen Wohnhaus Fichtes widmet sich mit einer Ausstellung der Jenaer Frühromantik um 1800.
Sommerabende bei der Kulturarena verbringen
Seit 1992 verwandelt das Festival den Theatervorplatz jeden Sommer über mehrere Wochen in eine Open-Air-Bühne. Auf dem Programm stehen Konzerte, Theater und Kino. Pro Saison kommen über 70.000 Besucher. 2026 läuft die Kulturarena vom 8. Juli bis zum 23. August.
Altstadt erkunden
Die Stadtkirche St. Michael am Markt beherbergt die Grabplatte Martin Luthers und gehört zu den ältesten Bauwerken der Stadt. Auf dem Marktplatz steht das Hanfried-Denkmal für den Universitätsgründer Johann Friedrich I. Wer danach einkehren will, findet in der Wagnergasse Cafés, Bars und Kneipen - besonders abends ist hier viel los.
Warst Du schon mal in Jena? Hat es Dir gefallen? Was muss man unbedingt sehen, wenn man dort ist?
Schreib uns Deine Ergänzungen und Erfahrungen – direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Das funktioniert ganz ohne lästige Anmeldung und hilft anderen Lesern.




















